Archive für 27.7.2008

auf der suche nach dem glück…

… gerade glück empfinden zu können, ist eine menschliche eigenschaft, die das leben lebenswert macht.

glück

woher kommt es?
warum streben wir scheinbar alle nach glück?
wie entsteht es und wozu ist es überhaupt da?

alles fragen, die man sich häufig erst dann stellt, wenn man einen mangel an glück empfindet.

gerade in den heutigen zeiten hört man es immer häufiger “ich habe einfach kein glück!”. ist das jetzt eine entschuldigung, oder stimmt die “floskel”, dass man sich glück erarbeiten muss?

ich habe mich auf spurensuche gemacht,  da ich in der hirnforschungsliteratur immer wieder begegnungen mit dem thema “glück” hatte.

und tatsächlich - ich bin fündig geworden.
in wien gibt es das “institut für experimentelle glücksforschung“. herr dr. laszlo hat dieses institut ins leben gerufen und  kurzerhand zu einem gespräch nach wien eingeladen.

er zeigt mit seiner “lehre von der optimalen beanspruchung” einen neuen blickwinkel auf die verschiedenen disziplinen der absatzsteigerungen auf.

hier seine ausführungen:

Glücksforschung und Marketing
Die Teile des Marketing (Produkt, Sichtbarkeit, Verteilung und Preis) bekommen aus der Sicht der Lehre von der optimalen Beanspruchung, einem von mir entwickelten Bereich der Glücksforschung, eine neue Bedeutung.
Jedes Produkt beansprucht die potenzielle Kundschaft in zweierlei Weise: durch die Form und durch die Funktion. Diese Beanspruchung kann optimal sein und optimal bleiben. Das führt zu Kauf und Empfehlung. Sie kann sich aber auch verändern.

Produkt-Design
Nehmen wir als Beispiel die legendäre italienische Citruspresse, die aus einem stromlinienförmigen Körper auf drei dünnen Spinnenbeinen besteht. Sie beansprucht ihr Publikum nach der so genannten Kaskaden-Methode. Der Technik-Freak wird es bereits genießen, die Funktion dieses an eine moderne Plastik erinnernden Geräts überhaupt zu erraten. Der etwas weniger Talentierte wird optimal beansprucht, wenn man ihm erklärt, dass es sich um eine Citruspresse handelt. Die nächste Stufe ist erreicht, wenn man jemandem die Funktion zeigt. Daneben wird es aber immer Leute geben, denen das Gerät zu primitiv oder zu kompliziert ist, und mit Gebrauch und Gewohnheit wird sich diese Beanspruchung ändern. Dies widerspricht der klassischen Ansicht, Design habe optimale Funktion mit schöner Form zu verbinden. Es kommt nicht auf die Funktion an, sondern auf die optimale Beanspruchung der Kundschaft.

Werbung
Dieselben Gesetzmäßigkeiten gelten für die Sichtbarkeit. Die Gestaltung von Werbebotschaften ist eines der wichtigsten Gebiete moderner Kunst. Auch hier kommt es darauf an, den in Aussicht genommenen Kundenkreis mit der Botschaft optimal zu beanspruchen, wobei die beim Design beschriebene Kaskaden-Methode zu beachten ist: Je mehr unterschiedlich schwierige Niveaus der Ansprache man kombiniert, umso mehr Publikum erreicht man. Das widerspricht der ohnehin umstrittenen Regel „KISS“ (Keep It Simple and Stupid“ – halte es einfach und dumm). Nicht einfach, sondern für die ins Visier genommene Gruppe optimal muss die Botschaft angeboten werden.

Vertrieb
Beim Vertriebsweg begegnen wir aus der Sicht der Glücksforschung demselben Phänomen wie bei Design und Werbung: Das Kaufen muss nicht einfach sein, sondern optimal. So manches Luxusgut bezieht seinen Reiz daher, dass man es nur auf Reisen kaufen kann. Steht es im Supermarkt, hat es seinen Reiz verloren. Optimale Beanspruchung ist das Geheimnis.
Preis
Dasselbe gilt für den Preis. Waren und Dienstleistungen können auch zu billig sein.
Wichtig ist dabei, dass es keine Ware gibt, die alle Menschen immer optimal beansprucht. Jede Ware hat laut Glücksforschung neben ihrer Zielgruppe auch eine Gruppe von Menschen, der sie zu primitiv ist, und eine Gruppe von Menschen, der sie zu anspruchsvoll ist. Die Kunst des Marketings besteht aus der Sicht der Glücksforschung darin, Form, Funktion, Werbung, Vertriebsweg und Preis zu harmonisieren, damit alle in höchster Intensität auf die in Aussicht genommene Kundengruppe wirken.
Dr. Herbert Laszlo, 2008-07-18

frontalzone dankt herrn dr. laszlo für seine ausführungen und wünscht viel glück beim vorhaben - der gründung der “privatuniversität für glücksforschung und lebenskunst”.


dieter ruf
www.frontalzone.de

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