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auf der suche nach dem glück….

Dieser Eintrag stammt von Dieter Ruf Am 12.12.2007 @ 15:33 In Allgemein | 1 Kommentar

oder die verlorenen wertigkeiten unserer gesellschaft

stellen sie sich vor:

  • sie laufen durch die stadt und nirgends werden sie von werbung, reklameschildern oder bautafeln überwältigt
  • sie haben keine adresse und somit auch keinen täglich mit werbebotschaften überfüllten briefkasten….
  • sie haben keinen pc, können nur in den wenigen internetcafes emails abrufen und das in analoger geschwindigkeit
  • sie haben kein festnetztelefon… nur ab und zu finden sie jemanden, der es sich leisten kann ein mobiltelefon zu erwerben
  • es gibt nahezu keine verkehrsschilder und trotzdem läuft der verkehr ohne nennenswerte probleme

in einer anderen welt angekommen, stellt man sich häufig die frage, wie hier überhaupt irgend etwas funktionieren kann.

doch schnell erkennt man, dass hier alles sehr gut klappt. das liegt wohl vor allem daran, dass hier ein reger persönlicher austausch von informationen stattfindet. und das ist etwas, was in unserer westlichen wohlstandsgesellschaft leider verloren gegangen ist.

besonders auffallend ist wohl die erkenntnis, dass der persönliche nutzen in jeder handlung mit dem kollektivnutzen abgeglichen wird. so verzichtet z.b. ein khmer im strassenverkehr auf sein recht der vorfahrt, wenn dadurch der verkehr als ganzes schneller fliesst.

kambodscha strassenverkehr

genau hingeschaut ist das eine hilfreiche eigenschaft jedes einzelnen, die in unserer überdrußgesellschaft verloren gegangen ist. jeder denkt nur an seinen ganz persönlichen vorteil und ist am kollektivnutzen desinteressiert.

was wir heute unter „networking“ verstehen, z.b. der zusammenschluss von interessierten, an themen in einer gruppe, z.b. “xing”, würde wesentlich besser funktionieren, wenn ein ganzheitliches verständnis wiederbelebt würde.

so hat ein kellner auf unseren wunsch hin vier bier zu bestellen, zwar erwähnt, dass er gerade kein bier mehr habe, er es aber sofort organisieren würde. er ging zum nächsten stand, kaufte dort 4 bier und stellte diese auf unseren tisch.

die typische antwort lautet bei uns häufig: „bier ist leider aus. möchten sie etwas anderes trinken?“

ein entscheidender nutzen des kollektivdenkens ist klar erkennbar, menschen sehen sich als kleinen teil eines wichtigen ganzen und partizipieren somit auch vom kollektiverfolg.

den größten vorteil des kollektivdenkens sehe ich in der zunehmend positiven einstellung zum leben, die menschen fangen wieder an, positiv durchs leben zu gehen und werden zu authentischen und fröhlichen gemütern.
wer nicht persönlich kommuniziert oder ein defizit an kommunikation erfährt, lebt im einheitsgrau und verliert sein lachen. die auswirkungen einer zunehmend „durchdrehenden gesellschaft“, die sich nicht mehr an ihrem künstlich geschaffenen überdruß erfreuen kann, erfahren wir gerade heute.

es erscheint häufig so, als ob die „khmer“ etwas wissen, was wir längst vergessen haben oder evtl. auch nie wussten. vielleicht liegt das auch daran, dass sie vielleicht die reichste kultur überhaupt waren, wenn man einmal die beeindruckenden tempelanlagen von [1] angkor betrachtet.

angkor wat

wenn man diesen platz einmal gesehen und gespürt hat, kann man erahnen, dass aller reichtum nicht vor dem untergang schützt. wahrscheinlich lief gegen ende dieser reichen periode das gleiche programm wie gerade bei uns. zu wenig menschen haben zu viel geld angehäuft und können dieses nicht mehr verbrauchen.

will man dem relativ neuem film [2] „secrets“ (gibt es auch als buch) glauben schenken, so befinden sich derzeit 96% des zur verfügung stehenden geldes bei gerade mal bei 1% der menschen.
könnte es sein, dass es nicht mehr lange dauert, dass die menschheit in der westlichen kultur einen vergleichbaren untergang erfahren wird? Dieses phänomen wurde bis dato nicht nur einmal beobachtet; immer dann, wenn irgendwo in dieser welt zuviel macht und geld angehäuft wurde.
am ende bricht alles zusammen, da zuviel überdruss immer im totalen wahnsinn endet. der „untergang“ ist die folge. im falle „angkor“ wurde sogar alles vergessen, um es dann wieder zu finden.

ta prohm

können wir etwas dafür tun, aus unserer Sackgasse heraus zu kommen?

natürlich könnte hier nun eine liste stehen…mit tausenden von belehrungen, tipps und ratschlägen….
aber genügen nicht erstmal ganz kleine schritte?
…das schärfen unseres bewusstseins?

… und darüber nachzudenken, welchen nutzen kollektives handeln bringt?
ich denke, diese kleinen schritte wären ein großer anfang.
es würde uns die türen für neues öffnen.

würden wir mit diesem denken nicht authentischer, ehrlicher und glücklicher leben als bisher? diese denkanreize lassen sich auch auf das marketing übertragen. sich als „überirdische“ firma, ohne fehler, darzustellen – ist das noch glaubwürdig? die eigene darstellung, mit ecken und kanten wirkt oft authentischer und sympatischer. ist es wirklich notwendig, immer größere budgets vom kunden zu verlangen, nur um seine persönliche gier zu befriedigen?
viele weiteren beispiele könnten hier genannt werden…..
die freude, den unternehmenserfolg seiner kunden zu erleben und das leid bei misslungenen maßnahmen zu teilen wird letztendlich nicht nur den kunden, sondern auch uns marketeer glücklicher machen.


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[1] angkor: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,499650,00.html
[2] „secrets“: http://www.amazon.de/Secret-Das-Geheimnis-Rhonda-Byrne/dp/B000ULMBX8/ref=pd_bbs_
sr_2?ie=UTF8&s=dvd&qid=1197464640&sr=8-2

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