Das Ende der Bittstellergesellschaft

Gerade im deutschen Binnenmarkt treffen wir im Moment auf einen nahezu reinrassigen Käufermarkt. Das führt sehr häufig dazu, dass die Anbieter sich gegenseitig vom Markt verdrängen und eine harte Preisschlacht führen, die oft im Ruin endet.

Gerade in Augsburgs Innenstadt fällt beim Einzelhandel sehr auf, dass sehr viele scheinbar nur ein einziges Marketingkonzept haben - die Höhe des Rabattes. Das wird dann auch noch im Schaufenster dargestellt mit Worten wie “Aktionsrabatt, Sonderrabatt, Sommerrabatt, Ferienrabatt etc”.

Die Wirkung auf mich ist nicht besonders berauschend, da die Glaubwürdigkeit in Rabatten längst geschwunden ist und der Konsument nicht mehr unterscheidet, ob die 50% Rabatt vom Geschäft A besser sind als die 40% vom Geschäft B.

Im gleichen Zuge fällt auf, dass einige clevere Unternehemer es auch in unser heutigen Zeit schaffen, ohne Rabatte, sogar mit ständig steigenden Preisen immer mehr Menschen anzuziehen, die kräftig konsumieren. Als Beispiel möchte ich das “Pow Wow” in Augsburg aufführen, dass inzwischen einen Laden nach dem anderen eröffnet. Hier wird nachgedacht, was Kunden wollen und es wurde ein Missionierungskonzept gefahren. Inzwischen stört es niemanden, dass man sich seine Getränke und auch das Essen selbst abholt, was früher undebkbar gewesen wäre.

Kundenbindungskonzepte und kleine Geschenke an treue Kunden runden das Konzept ab. Hier kommt klar zur Geltung, dass den Kunden in erster Linie nicht der Preis interessiert, sonden das was er für sein Geld bekommt.

An dieser Stelle angekommen ist man dann auch kein Bittsteller mehr, der hinaus schreit: “Bitte lieber Kunde, ich denke zwar nicht nach, aber das was Du nicht brauchst ist bei mir besonders billig”, sondern sagt: “Lieber Kunde, wir haben eine Idee umgesetzt, welche akzeptiert wird. Was Du bei uns bekommst ist sein Geld wert und wird Dich ein Stück weit glücklich machen”.

Dabei existieren schöne Marketingkonzepte, wie etwa Guerilla-, Viral- oder Empfehlungsmarketing, die nicht markschreierisch wirken, sondern dem Kunden die Information vermittel, die er als wertvoll erachtet.

Firmen wie Google, Ebay oder Xing nutzen diese Möglichkeiten des Marketings bereits und haben damit Erfolg.

Und wann werden Sie gefunden und verlieren Ihr Bittstellerimage?

3 Antworten auf “Das Ende der Bittstellergesellschaft”

  1. Frank Tepper sagt:

    Allgemein erkennen das leider nur wenige, vielleicht auch nur weil Ihnen wegen des enormen Druckes im Konkurrenzkampf und allgemein um´s Überleben auch gar nicht die Zeit dafür bleibt. Der Trend wird - wie in vielen wirtschaftlichen Bereichen - auch wieder zurück zur Qualität gehen, nur wird in einem neuen Markt natürlich nicht Platz für alle sein. Es wird auch nie wieder das Qualitätslevel von “früher” erreicht werden, das ist spätestens mit der Lüge der Weltwirtschaftskrise Anfang 2000 besiegelt worden. Schade eigentlich. Aber schön wenigstens eine nostalgische Note wieder auf dem Markt zu wissen…

  2. Björn Schneider sagt:

    Aber geht der Trend wirklich wieder Richtung Qualität oder ist das eher ein Wunschdenken?

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